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Hebamme

Die Hebamme zählt zu den am längsten belegten Berufen innerhalb der Jüdischen Gemeinde Frankfurts und ist bereits in der Vorgassenzeit nachgewiesen. So wird auf einem Grabstein aus dem Jahre 1384 die "ehrsame Hebamme" Guta erwähnt, und 1431 wird von der Frau des Natan als Hebamme berichtet. Der Hebammenberuf genoß hohes Ansehen. In der Judengasse scheint es stets eine Hebamme gegeben zu haben, über die Jahrhunderte werden mehrere namentlich erwähnt. Die Hebamme war Angestellte der Jüdischen Gemeinde und wurde von den Baumeistern eingestellt. In der Regel gab es nur eine Hebamme, war diese jedoch schon sehr alt, so wurde ihr eine junge Gehilfin zur Seite gestellt. Im Jahre 1656 wurde Brendlin, die Witwe des Kalmann, als Hebamme eingestellt und erhielt für ihre Arbeit bei den armen Frauen jährlich 6 Reichstaler. Im Jahre 1791 bestimmte das städtische Sanitätsamt gegen den Protest der Jüdischen Gemeinde, daß künftig auch die jüdischen Hebammen und deren Hilfen erst vom Sanitätsamt geprüft und zugelassen werdenmüßten, bevor sie von der Jüdischen Gemeinde eingestellt werden konnten. Für christliche Hebammen galt diese Sanitätsordnung bereits seit 1758, seitdem wurden nur noch geprüfte christliche Hebammen zugelassen. Die Jüdische Gemeinde blieb allerdings weiterhin für die Einstellung verantwortlich. Der damalige Versuch der 19jährigen Golde durch das Sanitätsamt ihre Einstellung in der jüdischen Gemeinde zu erwirken, da die bisherige Hebamme Rifka bereits hochbetagt war, scheiterte.




© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen