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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Jobwächter

"Jobwächter" war in der Judengasse früher die Bezeichnung für Nachtwächter. Die jüdische Gemeinde hatte für die öffentliche Sicherheit in der Gasse selbst zu sorgen. Anfang des 18. Jahrhunderts beschäftigte sie fünf Jobwächter. Die Jobwächter gehörten zu den einfachen Gemeindedienern. Sie lebten meist in Häusern am Südende der Gasse, wo sie freie Wohnung hatten. Zusätzlich bezogen sie ein Jahresgehalt von 15 Gulden. Das war seinerzeit immerhin so viel, daß damit ein gewisser Grundbedarf gedeckt werden konnte. Zum gesamten Lebensunterhalt reichte es aber bei weitem nicht aus. Sie waren deshalb am Tag auf eine Nebenerwerbstätigkeit angewiesen, so daß sie bereits abgearbeitet in den Nachtdienst kamen. Das Vertrauen in ihre Wachsamkeit war somit nicht allzugroß, und es wurde womöglich noch dadurch weiterhin minimiert, daß einzelne Nachtwächter straffällig geworden waren; von einem heißt es zu Beginn des 17.Jahrhunderts, er sei zeitweise wegen Hehlerei und wegen Verwundung eines Christen verhaftet gewesen.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen