< Start
< zurück
 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
 Häuser  Personen  Familien  Berufe  Ereignisse  Begriffe

 
 

Kleiderhandel

Im Handel mit Kleidern waren die Frankfurter Juden stark engagiert, obwohl es hier, wie auch in anderen Branchen, Widerstände gegen ihre Betätigung gab. Ohne Einschränkung erlaubt war ihnen der Handel mit alten Kleidern. Dieser Handel entwickelte sich vor allem aus der Pfandleihe. Auch kleine christliche Krämer hatten sich dem Altkleiderhandel gewidmet. Bei neuen Kleidern hingegen hatten die Frankfurter Schneidermeister aus Konkurrenzgründen noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts beim Rat gegen die Handelstätigkeit der Juden protestiert. Diese boten aber erfolgreich an, ihre Ware bei den hiesigen Schneidern produzieren zu lassen, und so versahen die Juden viele einheimische Meister mit Aufträgen. Offenbar hatte es aber auch innerhalb der Judengasse vereinzelt Schneidergewerbe gegeben. Zu Messezeiten wurden in Frankfurt regelmäßig alle Handelsbeschränkungen aufgehoben. So konnten auch Juden hier frei handeln, und zwar nicht nur mit einheimischen, sondern in großem Stil auch mit Textilien aus fremden Ländern. Unter deninternationalen Modewaren, z. B. aus Paris, befanden sich Spitzen, Federn, feines Tuch und Leinen.








© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen