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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Schulmeister

Die Schulmeister waren Lehrer, die für den Elementarunterricht der Kinder, vor allem der Jungen zuständig waren, und zwar sowohl als Privatlehrer, als auch in öffentlichen Schulen. Seit dem 14. Jahrhundert werden Schulmeister erwähnt, seit dem 16. Jahrhundert auch erstmals öffentliche Schulen. Wohlhabende Juden ließen jedoch weiterhin ihre Kinder von Hauslehrern, die auch Schulmeister hießen, unterrichten. Die Erziehung der Kinder begann mit drei Jahren, wenn die Kleinen das hebräische Alphabeth lernten, und endete in der Regel mit dreizehn Jahren, mit der religiösen Mündigkeit, der Bar Mizwah. Das Erlernen der hebräischen Sprache war besonders wichtig, da die Gebete, die Bibel und die religiösen Schriften in hebräisch verfaßt waren. Auch der Gottesdienst in der Synagoge wurde in hebräischer Sprache abgehalten. Für Mädchen und Frauen gab es frühzeitig Übersetzungen in Jiddisch. Auf ihre Ausbildung wurde nicht soviel Wert gelegt. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde von den Gemeindevorstehern eine Schulkommission eingesetzt, die den Unterricht überwachen, die Höheder Gehälter bestimmen und jeden Donnerstag eine Schulprüfung abhalten sollte. Die Zahl der Lehrer wurde auf zehn, die ihrer Hilfskräfte auf dreißig festgesetzt. Die Schulmeister durften im Winter nicht mehr als acht, im Sommer nicht mehr als neun Stunden täglich unterrichten. Das Honorar war ebenfalls festgelegt. Die materielle Lage der Schulmeister war sehr schlecht. Ihr Verdienst war oft so gering, daß sie noch Nebentätigkeiten nachgehen mußten. So verzeichnet die Visitationsliste von 1694 einen Schulmeister, der "Bier zapfte", und einen anderen, der nebenbei hebräische Bücher verkaufte. Außerdem waren die Lehrer völlig von der pünktlichen Bezahlung ihres Honorars durch die Eltern ihrer Schüler abhängig.






© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen