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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Schuster-Öttingen

Die Familie Schuster war in der Judengasse weit verzweigt. Mehrere Mitglieder der Familie waren in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus der gräflichen Residenzstadt Öttingen im nördlichen Schwaben nach Frankfurt eingewandert. Ihre zahlreichen Nachkommen haben sich häufig mit anderen jüdischen Familien verheiratet und haben es als Geschäftsleute im Waren- und Geldhandel zu Ansehen und Wohlstand gebracht. Freilich hatte es bei der im 17. und 18. Jahrhundert ebenso gewinnträchtigen wie risikoreichen unternehmerischen Tätigkeit in der Familie Schuster auch einmal einen größeren Konkurs gegeben. Das war 1719, als in Nancy das Haus Levy Bankrott machte und Forderungen nicht mehr eingetrieben werden konnten. Davon waren auch andere jüdische Geschäftsleute in Frankfurt betroffen, etwa die Zons. - Nach 1748 bekleideten Mitglieder der Familie Schuster über drei Generationen hinweg das Amt des Judenbriefträgers. Die Familie Schuster hat eine Reihe von großen Persönlichkeiten hervorgebracht. Oft wurden sie auf Grabinschriften besonders gerühmt. So hieß es beispielweise auf demGrabstein von Jakob Schuster, der 1696 in hohem Ansehen als Gemeindevorsteher verschieden ist: "genommen ist die Krone von unserem Haupt", er sei ein Mann mit reichem Wissen gewesen, der "überall bekannt war." Von einem anderen, 1703 verstorbenen Mitglied hieß es: "dahin ist der Fromme, Makellose; wer vermag seine Größe zu schildern."


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