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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Zons

Die Familie Zons, auch Zuns genannt, war nach dem Ort ihrer Herkunft, der niederrheinischen Stadt Zonz bei Neuss, benannt. Von dort war der Stammvater der Familie, Michael Zons, im Jahre 1495 mit seinen nächsten Anverwandten nach Frankfurt eingewandert. Sein Sohn Herts heiratete in die Familie Cahn ein und erbaute aus einem Stall, der ursprünglich zum Cahnschen Stammhaus gehört hatte, das Haus zur Sonne. Schon die Nachkommen in den beiden nächsten Generationen haben es in der Judengasse zu Ansehen und Wohlstand gebracht. Herts Zons, ein zu Beginn des 17. Jahrhunderts lebender Urenkel des Stammvaters, hatte neben dem Haus zur Sonne das Haus Holunderbaum erbaut und die Häuser zur Reuß und zum Goldenen Hirsch besessen. In diesen Häusern blieben die Nachkommen der Familie bis ins 19. Jahrhundert hinein wohnen. Anfang des 18. Jahrhunderts lebte hier ein Michael Alexander Zons, der ganz erhebliche Wechselgeschäfte, also eine spezielle Form des Geld- und Kreditgeschäfts, mit Amsterdam, Hamburg, Wien, Metz und Nancy machte. Die Firma Samuel & Meyer Levy in Nancy hatte noch 60.000 GuldenWechselforderungen an ihn, was damals ein sehr großes Vermögen darstellte, als sie 1717 in Konkurs ging. Gläubiger der Firma versuchten sich deshalb zur Abdeckung ihrer Außenstände an ihn zu halten und ließen ihn 18 Wochen in Haft nehmen. Als Gläubiger waren vom Konkurs der Firma Levy auch andere jüdische Geschäftsleute in Frankfurt betroffen, so zum Beispiel die Familie Schuster.




© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen