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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Goldene Waage

Frontbreite ca. 4,30 Meter Das Haus Waage wurde Mitte der 1560er Jahre erbaut. Ein Teil der Bewohner nahm den Hausnamen Waage als Familiennamen an. Sie waren verwandt mit anderen bedeutenden jüdischen Familien Frankfurts, die teilweise in dem Haus lebten, so den Familien Bacharach und Goldschmidt. Alle diese Familien waren sehr reich. Schon seit etwa 1675 diente das Haus als Sitz der Firma Isaak Benedict zur Waage, die mit englischen und holländischen Tüchern, Kattun en gros, Nesseltuch und Plüsch handelte. Anfang des 18. Jahrhunderts wird auch der Handel mit Korallen, einem ausgesprochenen Luxusprodukt, erwähnt. Die Handelsbeziehungen des Hauses waren international: in den Visitationslisten von 1694 heißt es von einem Bewohner, er handle "meist außerhalb und sei jetzo zu Venedig". Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus (Goldene) Waage dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamtengesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen