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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Stadt Günzburg

mit den Hinterhäusern Luchs,Gemse und Münze Frontbreite: Günzburg 2 Meter Gang zu den Hinterhäusern ca. 0,85 Meter Luchs ca. 2,12 Meter Gemse ca. 2,12 Meter Münze ca. 1,80 Meter Als man 1761 die Häuser der Gasse numerierte, wurden die drei Hinterhäuser Gemse, Luchs und Münze sowie das Vorderhaus Stadt Günzburg zu einer Einheit zusammengefaßt und mit der gemeinsamen Hausnummer 43 versehen. Von diesen vier Häusern wurde zuerst das Hinterhaus Gemse erbaut, das bereits um 1550 errichtet worden war. Damals war es mit ca. sechseinhalb Metern Frontbreite ein für die Judengasse relativ großes Gebäude. Erbauer des Hauses war Simon zur Gemse, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts lebte. Er war aus der Ortschaft Günzburg an der Donau nach Frankfurt eingewandert. Simon war ein bedeutender Handelsmann und galt als sehr gelehrt. Von besonderer Bedeutung ist, daß er auf seine Kosten bei dem bekanntenBaseler Buchdrucker Ambrosius Frobenius einen Neudruck des Talmud besorgen ließ. Nach Simons Tod im Jahre 1582 wurde das Haus Gemse zwischen 1595 und 1608 mehrfach umgebaut. Dabei wurde es erheblich verkleinert, da es seinen Platz mit den drei genannten anderen Häusern und dem unmittelbar vorne an der Gasse gelegenen Nachbarhaus Handschuh teilen mußte. Simons Nachkommen zogen teilweise in das neu erbaute Vorderhaus. Dieses Haus wurde nach der Stadt benannt, aus der Simon gekommmen war, also Günzburg. Auch die Nachkommen von Simon hatten diesen Namen als Familiennamen angenommen. Bei dem großen Brand in der Judengasse im Jahre 1711 wurden die Häuser Günzburg, Luchs, Gemse und Münze zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Nach der Emanzipation der Juden wurden sie im Jahre 1843 von der Stadt übernommen und später abgebrochen.




© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen