< Start
< zurück
 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
 Häuser  Personen  Familien  Berufe  Ereignisse  Begriffe

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Fröhlicher Mann

Frontbreite ca. 5,3 Meter Dieses in die Gasse vorspringende, sehr breite Haus wurde um 1565 von Aron Bonn erbaut. Das Gelände, auf dem ein Stall stand, gehörte zum Teil zu dem Hause Sonne, teils zu dem späteren Nebenhaus Roter Apfel. Das Hauszeichen stellte einen tanzenden Mann mit ausgestreckten Armen und einem hochgeschwungenen Bein dar. Mosche Bonn aus dem schräg gegen-überliegenden Roten Hirschen hatte das Gelände gekauft. Sein Sohn oder Schwiegersohn Aron Bonn war ein bedeutender Geschäftsmann. Die Familie Bonn zählte im 16. Jahrhundert zu den wichtigen Familien in der Judengasse und erlangte im 18. Jahrhundert wieder eine bedeutende Stellung in der Finanzwelt. Ebenfalls im Haus wohnte Mosche Welsch, der an einem Schwerverbrechen beteiligt war. Mit einem jü-dischen und zwei christlichen Komplizen ermordete er im Februar 1584 drei Juden auf ihrer Rückreise aus Lothringen nach Pforzheim im Meisentaler Wald. Nach ihrer Verhaftung ließ-en sich die beiden Juden vor ihrer Hinrichtung im Oktober 1584 taufen. Da Mitglieder der Familie Bonn nieWelsch hießen, war Mosche Welsch möglicherweise der Sohn eines Dieners im Hause Bonn. Im 17. Jahrhundert lebte im Haus der Arzt Jone Bonn sowie Mitglieder der Familie Gans, so seit 1665 der Gelehrte Herz Gans. Die Bewohner des Hauses gehörten im allgemeinen der Oberschicht an. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und wiederaufgebaut. Im Jahre 1865 übernahm es die Stadt zum baldigen Abbruch.




© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen