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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Paradies

Frontbreite ca. 4 Meter Das Haus Paradies wurde von Heyum, Sohn des Israel, um 1560 erbaut. Es bestand aus zwei Gebäuden. Das Gelände gehörte zum gegenüberliegenden Haus Engel, aus dem Heyum stammte. Der Name wurde vom Rechneiamt gewählt, um die Verbindung zum Haus Engel kenntlich zu machen. Das Hauszeichen stellte Adam und Eva nackt dar, zwischen ihnen der Baum der Erkenntnis mit der Schlange. Es ist noch heute auf einigen alten Grabsteinen auf dem Friedhof Battonnstraße zu sehen. In dem Haus lebten im allgemeinen Angehörige wohlhabender Familien, so Mitglieder der Familie Winig, die aus der vormals gräflichen hanauschen Residenzstadt Windecken stammten, der Familie Daidenbach, die aus Deidenberg bei Malmedy in den Niederlanden nach Frankfurt gekommen waren, sowie die Familie Hanau, Nachkommen des reichen Moses Männle. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wohnte zeitweilig auch der Metzger Ennos, genannt "der lange Endres, der Judenmetzger" im Haus. Er starb 1625 völlig verarmt. Es war ein sehr bevölkertes Haus, 1612 befandensich hier sieben, 1709 fünf Haushalte. In diesem Jahr handelten einige Bewohner des Hauses mit Tuch und Leinen. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und wiederaufgebaut. Im Jahr 1862 übernahm die Stadt das Haus und ließ es 1865 abreißen.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen