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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Schloß und Weiße Gans

Frontbreite ca. 4,8 Meter Das Haus Gans wurde um 1540 auf einem Gelände erbaut,das zum gegen-überliegenden Haus Weißer Schwan gehörte. Um die Herkunft zu kennzeichnen, bekam das Haus von der städtischen Behörde einen Vogelnamen. Ab 1620 erhielt es den Zusatz und wurde auch Weiße Gans genannt. Es war das erste von mehreren Häusern mit Vogenlnamen, die auf diesem Gelände entstanden. 25 Jahre danach wurde zwischen dem Haus Gans und dem Nachbarhaus Schlüssel ein weiteres Haus errichtet. Es erhielt den Namen Schloß und wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit der Weißen Gans vereinigt. Bei der Häusernumerierung der Judengasse im Jahre 1761 erhielt der knapp 5 Meter breite Gebäudekomplex, der aus Vorder- und Hinterhaus bestand, als eine Einheit die Hausnummer 60. In dem ursprünglichen Haus Schloß ließ sich eine Familie aus dem Rheinland nieder. Das Haus wurde zu ihrem Stammhaus, der Name zu ihrem Familiennamen (Familie Schloß). Viele ihrer Mitglieder waren Schächter und Rabbiner. Im Haus Gans lebte die aus Mainz stammende und nach diesem Haus benannte Familie Gans, die auch Menz oder Mainz hieß. Mitglieder dieser Familie lebten vom Münzhandel, wie der im Jahre 1573 wegen Guldenbeschneidens bestrafte Mose Mainz. Hundert Jahre später ernährten sich die drei im Hause wohnenden Familien vom Silberhandel, vom Bücherverkauf und von der Arbeit als Schreiber. Einige Jahre später gehörte der Gebäudekomplex mit 6 Familien zu den am dichtesten bewohnten der Judengasse. Nach dem Brand von 1711 wurde das Gebäude mit Vorder- und zwei Hinterhäusern wiederaufgebaut. Im Jahre 1879 wurde es von der Stadt zum Abbruch übernommen.




© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen