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Kranich

Frontbreite ca. 3,7 Meter Das Haus Kranich wurde um 1570 auf einem Gelände erbaut, das zum gegen-überliegenden Haus Weißer Schwan gehörte. Der Erstbewohner des Hauses Kranich war ein Kaufmann, der aus dem Weißen Schwan stammte. Um diese Verbindung zu kennzeichnen, erhielt das Haus von den städtischen Behörden ebenfalls den Namen eines Vogels. Das Haus bestand aus Vorder- und Hinterhaus und lag mit einer Breite von kanpp 4 Meter im Durchschnitt. Zu den Hausbewohnern zählten u.a. die Familien Bonn und die mit ihnen verwandten Deutz, die aus dem gleichnamigen Städtchen gegenüber von Köln stammten. Im 17. Jahrhundert waren sie bedeutende Geschäftsleute, im 18. Jahrhundert dagegen meist mittelständige Handelsleute. 1694 lebten zwei Familien im Haus, von denen eine mit Nadeln und "allerhand", die andere mit Häuten handelte. Knapp zehn Jahre später lebten hier sechs Familien. Sie lebten von Wechselgeschäften, vom Handel mit Häuten Schnüren (das sind Zierbänder) und Garn, die als Luxusartikel galten; schließlich wirdein Rabbiner angeführt. In dieser Zeit wurde das Haus Kranich mit dem Nachbarhaus Enge Tür zusammengelegt, nach dem Brand von 1711 jedoch als eigene Hauseinheit wiederaufgebaut. Im Jahre 1862 übernahm die Stadt das Haus zum baldigen Abbruch.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen