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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Wilde Ente und Tannenbaum

Frontbreite ca. 2,5 Meter Das Haus Wilde Ente wurde um 1540 unter dem Namen Ente als Wohnung des Schulkleppers auf dem Gelände des Nachbarhauses Silberne Kanne erbaut. Als Amtswohnung eines niederen Gemeindeangestellten war es ein bescheidenes Gebäude. Ab 1573 wurde das Haus "Wilde Ente" genannt, um es besser von dem inzwischen errichteten Haus "Goldene Ente" zu unterscheiden. Im Jahre 1596 wurde an die Wilde Ente das Hinterhaus Tannenbaum angebaut und bald darauf mit diesem zusammengelegt. In dem Vorderhaus wohnte über zweihundert Jahre ein Zweig der Familie Schames, in der der Beruf des Schulkleppers, des Gemeindedieners, vom Vater auf den Sohn überging. Im Hinterhaus lebte zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Arzt Schlomm zum Tannenbaum, nachdem er in das Haus eingeheiratet hatte. Auch sein Sohn Jizchak zum Salmen praktizierte als jü-discher Arzt in Frankfurt. In der Regel wohnten in beiden Häusern arme Familien, so ein Spielmann, ein Jobwächter, d.h. Nachtwächter, und einige, die keinem Gewerbe nachgingen. Bei der Namensregistrierungim Jahre 1812 ließen sich alle, die aus dem Haus Tannenbaum stammten, mit dem Familiennamen Dann eintragen. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und später wiederaufgebaut. Um 1843-1846 übernahm es die Stadt zum Abbruch.




© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen