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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Rindsfuß

und Hinterhäuser Kästenbaum und Feigenbaum Frontbreite ca. 3 Meter Das Haus Rindsfuß wurde um 1500 erbaut. Ursprünglich war es eine Scheune, die zum nördlich gelegenen Haus Wolf gehörte. Um 1600 wurde das Haus in zwei Teile längsgeteilt, die die Namen Rindsfuß und Rindskopf erhielten. An beide Vorderhäuser wurden im Jahre 1610 Hinterhäuser angebaut, und zwar an den Rindsfuß das Hinterhaus Kästenbaum und an den Rindskopf das Hinterhaus Feigenbaum. Da die beiden Hinterhäuser jedoch einen gemeinsamen Zugang hatten, zählte der Stadtschreiber sie bei der Häusernumerierung im Jahre 1761 beide zum Vorderhaus Rindsfuß. Das Haus Rindsfuß wurde für die Witwe Gutlin erbaut, die mit ihrem Mann Hayum im Jahre 1498 aus Nürnberg, als die Juden aus dieser Stadt vertrieben wurden, nach Frankfurt eingewandert war. Über Jahrhunderte bewohnte die Familie Rindsfuß diese Häuser, die sich später in Rindskopf umbenannte. Die Hausbewohner waren im allgemeinen ärmere Leute. So lebten im Rindsfuß im Jahre 1694 zwei Familien, die mit Käse und Butter handelten. Im Kästenbaum, die archivalische Bezeichnung für Kastanienbaum, wohnten Metzger, ein Fleischschreiber, ein Schulmeister sowie ein Fremder mit seiner Familie, der sich bereits seit 15 Jahren in der Stadt befand. Er verdiente sich seinen Unterhalt damit, daß er sich ein Pferd auslieh und die Post ausritt. Auch im Feigenbaum wohnten Ende des 17. Jahrhunderts Fremde aus Gieß-en, die die Gasse reinigten, ein Rabbiner und Familien, die mit Leinwand handelten. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und kurz darauf wiederaufgebaut. Im Jahre 1864 übernahm die Stadt den gesamten Komplex der drei Häuser und ließ sie 1879 abreißen.




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