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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Storch

Frontbreite ca. 3,2 Meter Das Haus Storch wurde im Jahre 1533 für Josel, den Sohn des Gumprecht aus Worms, erbaut. Es stand auf Gelände, das früher zum Haus Schwarzer Ring gehört hatte und aufgeteilt worden war. In der Vorgassenzeit, also vor 1462, als das Judenviertel noch südlich des Doms lag, war das gleichnamige von Juden bewohnte Haus das schönste und bekannteste des alten Judenviertels gewesen. Seine Bewohner wurden wie alle anderen Juden Opfer des Pogroms vom 24.7.1349, als die gesamte jüdische Gemeinde Frankfurts vernichtet wurde. Im Haus Storch wohnte 200 Jahre ein Zweig der Familie Worms, deren Mitglieder sich nach diesem Stammhaus Storch nannten. Im 16. und 17. Jahrhundert waren die Storchs recht wohlhabend und u.a. als Tuch - und Seidenhändler sowie als Wechsler tätig. Wolf Storch, der im Jahre 1682 starb, war Gemeindevorsteher. Aber es gab auch arme Hausbewohner, so einen Efraim Oberländer, der im Januar 1692 starb und dessen Beerdigung nicht bekanntgegeben werden durfte, da es sich um ein Schandbegräbnis handelte. Bei dem Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und bald darauf wiederaufgebaut. Im Jahre 1864 ging es in den Besitz der Stadt über und wurde abgebrochen.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen