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Goldener Strauß

Frontbreite ca. 3,7 Meter Das Haus Goldener Strauß war gegen 1573 von der Gemeinde als Wohnung für den Totengräber errichtet worden. Zuerst hatte es den Namen Krug. Es gehörte der Jüdischen Gemeinde. Um 1690 kaufte der Buchhändler Nathan Maas das Haus und wandelte es in ein Privathaus um. Da der Buchhändler bisher im Hinterhaus des Strauß gewohnt hatte, erhielt das Haus nun den Namen Goldener Strauß. Nathan Maas war als Inhaber der Maas'schen Buchhandlung ein wohlhabender und in der Gemeinde bedeutender Mann. 26 Jahre lang war er Vorsteher der Jüdischen Gemeinde. In der Visitationsliste von 1694 ist sein Buchgeschäft nachgewiesen sowie das Juwelengeschäft seines Schwiegersohnes. Das junge Ehepaar wohnte bei ihm, da, so heißt es in den Quellen, "sie erst kürzlich geheiratet haben und noch keine Stättigkeit erhalten haben". Einige Jahre später bewohnte Nathan Maas mit seiner Familie wieder allein das Haus. Er war insgesamt viermal verheiratet und hatte 6 Kinder. Im 18. und 19. Jahrhundert wohnten hier Mitglieder der Familien Goldschmidt, Hertz und Schuster. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und bald darauf wiederaufgebaut. Im Jahre 1864 übernahm es die Stadt zum baldigen Abbruch.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen