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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Wilder Mann

Frontbreite ca. 2 Meter Das Haus Wilder Mann wurde im Jahre 1592 von dem Haus Schwarzer Bär abgeteilt. Der Name geht auf das Hauszeichen zurück, das einen nackten Wilden mit einer Keule zeigte. Im Jahre 1607 erhielt Elias aus Öttingen, eine gräfliche Residenzstadt im nördlichen Schwaben, bei seiner Verheiratung mit Gütle, der Tochter des Josef Wertheim im Wilden Mann, die Stättigkeit und zog in das Haus ein. Später nannte sich die Familie Schuster oder Ettingen. Elias war insgesamt vier mal verheiratet und hinterließ zwei Söhne, Meier Etingen und Jakob. Letzterer zog dann vom Wilden Mann in die Scheuer um und genoß als Vorteher der Jüdischen Gemeinde "hohes Ansehen". Ende des 17. Jahrhunderts bewohnten zwei Familien, eine hiesige und eine fremde, das Haus. Ein Familienvater arbeitete als Bäcker und handelte gleichzeitig mit altem Eisen. Die fremde Familie war aus Worms gekommen und bestand aus einem Schulmeister, seiner Frau und einem Kind. Sie hielten sich bereits seit zwei Jahren in Frankfurt auf. Neun Jahre später wohntenweiterhin zwei Familien im Haus, von denen die eine nur noch mit altem Eisen handelte und das Bäckergeschäft aufgegeben hatte. Die zweite Familie lebte "in der Kost", d.h. sie wurde von der ersten Familie ausgehalten. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und bald darauf wiederaufgebaut. Im Jahre 1884 ging es in städtischem Besitz über und wurde abgebrochen.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen