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Weinfaß

Frontbreite ca. 2 Meter Im Jahre 1575 wurde das Haus Weinfaß erbaut. Es stand auf einem Gelände, das zum Haus Bär gehörte. 1586 wurde von diesem Haus das südliche Nachbarhaus Schwarzer Löwe abgespalten. Die Erstbewohner des Hauses war die Familie Harum. Sie stammte aus dem Dorf Harheim bei Friedberg. Der Erbauer des Hauses, Seligmann zum Weinfaß, wurde am 10. März 1587 in die Frankfurter Stättigkeit aufgenommen. Im 17. Jahrhundert wohnten hier Mitglieder der Familie Worms, deren Stammhaus das südlich gelegene Haus Bär, dann Schwarzer Bär. Im Jahre 1694 wurde das Haus von zwei Familien bewohnt. Eine handelte mit dem Luxusartikel Schnüre, das sind Zierbänder, die andere mit Pferden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ereignete sich im Haus ein Mord. Die Witwe des Wolf Maas, Schönle Meise, wurde von ihrer Magd am 23.12. 1782 ermordet. Die ca. 16 jährige Magd Frummet, eine Halbwaise, floh zu ihrem Onkel nach Großgerau. Knapp ein Jahr später wurde sie verhaftet, durch das Schwert gerichtet und an Ort und Stelle begraben. Danach blieb das Haus leer, möglicherweise hatte es noch einen Bewohner, der aber im Haus Paradies eingeschrieben war. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und bald darauf wiederaufgebaut worden. Im Jahr 1865 übernahm es die Stadt zum Abbruch.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen