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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Roseneck

Frontbreite ca. 4,55 Meter Das Haus Roseneck wurde im Jahre 1592 erbaut. Es stand auf einem Gelände, das vom Nachbarhaus Weiße Rose abgeteilt worden war. Der Hausname RosenEck ergab sich einerseits aus der ehemaligen Zugehörigkeit zum Haus Weiße Rose, andererseits aus dem Umstand, daß das Haus vor dem großen Gassenbrand 1711 mit einer "Ecke" in den Verlauf der Gasse hineinragte. In den zweihundert Jahren seines Bestehens wohnten mehrere Familien in dem Haus. Die wichtigste unter ihnen war die einflußreiche Familie Kulp. Für sie war das Haus Roseneck mehr oder weniger das Stammhaus. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sie einen erbitteren Machtkampf innerhalb der Jüdischen Gemeinde gegen die reiche Familie Kann geführt, der unter der Bezeichnung KulpKannscheWirren in die Frankfurter Stadtgeschichte eingegangen ist. Wie wohlhabend die Familie Kulp war, zeigt sich an der Großzügigkeit ihrer Haushaltsführung. So beschäftigte die Familie des Moses Kulp im Roseneck 1709 einen Diener und drei Mägde, was in der Judengasse eine ungewöhnlich große Zahl an Gesinde war. Mitte des 18. Jahrhunderts lebte hier Mayer Amschel Flörsheim, eine der schillernsten Persönlichkeiten unter Frankfurts Juden. Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus Roseneck dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine groß-zügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen