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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Börne, Ludwig

(1786-1837) Ludwig Börne wurde am 6.5.1786 in der Frankfurter Judengasse im Haus Rost als Juda Löb Baruch geboren. Sein Vater, der wohlhabende und bekannte Bankier Jakob Baruch, erzog ihn in traditionellreligiösem Geist. Er studierte zuerst Medizin in Berlin, wo er im Kreis der Henriette Herz verkehrte, dann in Halle, Heidelberg und Gießen. Im Jahre 1808 promovierte er in Gießen in Staatswissenschaften. Nach der rechtlichen Gleichstellung im Jahre 1811, als auch Juden in den städtischen Dienst eintreten konnten, wurde er Verwaltungsbeamter im Rathaus. Aufgrund der vorläufigen Rücknahme der Emanzipation wurde er jedoch sofort wieder entlassen. Im Jahre 1816 verfaßte er im Auftrag der Jüdischen Gemeinde eine offizielle Denkschrift, in der er für die Gleichberechtigung der Juden eintrat. Dieser Aufgabe sah er sich ein Leben lang verpflichtet, auch nach seinem Übertritt zum protestantischen Glauben im Jahre 1818. Zwei Jahre später begann seine journalistische Tätigkeit mit der Publikation der Zeitschrift "Die Wage". Bekannt wurde er vor allem durch seine "Pariser Briefe", in denen er für eine freiheitliche Gesellschaftsordnung und vor allem für die Pressefreiheit eintrat. Als unermüdlicher Verfechter der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der menschlichen Grundrechte wurde er berühmt. Seit 1832 lebte er in Paris, wo er am 12.Februar 1837 starb.




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