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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Helle, Abraham

Abraham Helle war ein jüdischer Arzt, der während des 17. Jahrhunders über viele Jahrzehnte hinweg in Frankfurt praktizierte. In jener Zeit gingen die christlichen Ärzte aus Gründen der Konkurrenz gegen ihre jüdischen Kollegen vor. Sie stellten ihre Qualifikation in Frage und veranlaßten den Rat, sie einer erneuten fachlichen Prüfung zu unterziehen. Als Helle sich dieser Prüfung stellte, konnten ihm angeblich große Mängel in seiner fachlichen Qualifikation nachgewiesen werden. Ebenso wurde der Vorwurf gegen ihn erhoben, daß Patienten während seiner Behandlung gestorben seien. Man untersagte Helle daher, Christen zu behandeln, während er in der Judengasse weiterhin praktizieren konnte. Dennoch erfreute sich Helle beim christlichen Publikum, insbesondere bei den Frauen großen Vertrauens. Die oberste evangelische Kirchenbehörde der Stadt führte darüber 1652 Klage mit Worten, in denen sich nicht zuletzt auch ein starker Antijudaismus Ausdruck verschaffte:"lieber mit Gottes Willen krank, als durch des Teufels und durch verbotene Mittel gesund. Judenärzte gebrauchen, heißt nichts anderes als Schlangen am Busen wärmen und Wölfe im Hause aufziehen".


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen