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Jesaja Horowitz

(Sch'loh) Jesaja Horowitz war von 1609-1614 Oberrabbiner in Frankfurt und lebte im Haus Eichel. Bereits als er von Krakau nach Frankfurt berufen wurde, galt er als einer der großen Gelehrten seiner Zeit. So erhielt er auch wesentlich bessere Anstellungsbedingungen als seine Vorgänger. Er bezog ein großes Gehalt und die Gemeinde verpflichtete sich, seinen verheirateten Kindern die Aufnahme in die Frankfurter Stättigkeit beim Rat zu verschaffen. Als Rabbiner mußte Horowitz sich verpflichten, in Streitsachen, deren Streitwert mehr als 20 Gulden betrug, unentgeltlich zu entscheiden. Den Ehrentitel "Morenu", "unser Lehrer", der gesellschaftliche Anerkennung ausdrückte, durfte er nur in Übereinstimmung mit den Rabbinischen Richtern oder dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde verleihen. Sein Hauptwerk, an dem er viele Jahre arbeitete und das seinen großen Ruf verstärkte, hieß "Schnei Luchoth haBrith" (Die zwei Tafeln des Bundes). Aus einer Abkürzung dieses Werkes entstand sein Beiname "Schl'oh". Er galt sowohl in der jüdischen Gesetzeslehre als auch in der jüdischenMystik, der Kabbala, als unbestrittene Autorität. Eine der wichtigsten Grundlagen des Judentums sah er in der Nächstenliebe, auf der auch die Liebe zu Gott basiere. Als die gesamte Gemeinde während des FettmilchAufstandes im Jahre 1614 aus der Stadt vertrieben wurde, verließ er Frankfurt und ging nach Prag, wo er zum Oberrabbiner gewählt wurde. Im Jahre 1622 wanderte er nach Palästina aus und starb acht Jahre später in Tiberias.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen