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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Horwitz, Jesajah Halevi

In den Jahren 1678-1686 war Jesajah Halevi Horwitz (II.) Oberrabbiner in Frankfurt. Er lebte in der Dienstwohnung des Rabbiners im Haus Eichel. Bereits sein Vater Sabbatai Horowitz und sein Großvater Jesajah (Sch'loh) Horowitz waren Oberrabbiner von Frankfurt gewesen. Da der Name aus dem Hebräischen übertragen wird, variiert die Schreibweise zwischen Horowitz und Horwitz. Horwitz stammte aus Posen und war von Fürth nach Frankfurt berufen worden. Zu den zahlreichen Beschlüssen, die seine Unterschrift tragen, zählt auch die 1684 beendete Neuregelung des Schulwesens. Diese legte u.a. die tägliche Höchststundenzahl für Lehrer - im Sommer neun und im Winter acht - sowie die Besoldung der Lehrer fest. Von besonderer Bedeutung war seine Entscheidung zur hebräischen Schreibweise des Namens der Stadt Frankfurt. Bis dahin war es üblich gewesen, in jü-dischen Dokumenten, z.B. in Scheidebriefen, den Namen "Frankenurt" zu schreiben. Auf Anfrage entschied Rabbiner Jesajah, daß auch die Schreibweise Frankfurt rituell gültig sei. Bis 1933 wurde noch bei vielen hebräischen Büchern "Frankenurt" (FrankenOrt) als Verlagsort angegeben.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen