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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Popers, Jakob Hakohen

Jakob Popers amtierte in den Jahren 1717 bis 1740 als Oberrabbiner in Frankfurt. Er stammte, wie viele seiner Vorgänger, aus Prag und war vorher Rabbiner in Koblenz gewesen. Er war ein Kohen, ein Mitglied des Priestergeschlechts und wurde daher auch Jakob Katz genannt. Während seine Vorgänger nur vereinzelt religionsgesetzliche Gutachten erstellten, hinterließ er die bedeutende Responsensammlung "Scheb Jakob", die 1742 in Frankfurt gedruckt wurde. Besonders charakteristisch hierbei ist, daß er die Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft in religiöse Entscheidungen miteinbezog. In seine Amtszeit fiel der zweite Brand der Judengasse von 1721, der einen Teil der Häuser innerhalb kurzer Zeit erneut zerstörte. Verzweifelt suchten viele Menschen Trost im Sabbatianismus, einer messianischen Strömung im Judentum, die sich in jenen Jahren stark ausbreitete. Jakob Popers ging hart gegen die Anhänger des Sabbatianismus in Frankfurt vor, dessen Begründer Sabbatai Zwi vom Judentum abgefallen war, und bekämpfte dabei auch die mystischen Strömungen der Kabbalah. Nach einer relativ langen Amtszeit von 23 Jahren starb er im Frühjahr 1740 und wurde am Ehrenportal des Friedhofs Battonnstraße begraben.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen