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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Maas, Nathan Salomon

Der Frankfurter Rabbiner Nathan Salomon Maas übernahm in den Jahren 1769-1771 als Rabbinatsverweser stellvertretend die Leitung des Rabbinats bis zur Wahl eines neuen Oberrabbiners. Dies war eine Ausnahme von der Regel, denn in der Frankfurter Jüdischen Gemeinde wurden nie Frankfurter Rabbiner in das Amt des Oberrabbiners gewählt, da dessen Unabhängigkeit und Unparteilichkeit von internen Auseinandersetzungen, insbesondere in der Gerichtsbarkeit, gewährleistet sein sollte. Nathan Salomon Maas hatte stets als Schlichter in Gemeindeauseinandersetzungen gewirkt, so in den KulpKann'schen Wirren und in den Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde und ihrem Rabbiner Jakob Josua Falk. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er im Jahre 1770 lebenslänglich zum "Haupt der Jeschiwa", der Talmudhochschule ernannt. Gleichzeitig besaß er als "Oberhaupt der Schulen" die Oberaufsicht über alle Lehrer, die in der Gemeinde hebräischen Unterricht erteilten. Er selbst unterrichtete ebenfalls in der Talmudhochschule, war Richter am rabbinischen Gerichtshof und hielt Vorträge und Predigten in der Synagoge. Nach der Wahl des neuen Oberrabbiners Pinchas Halevi Isch Horowitz widmete sich Maas wieder seiner ursprünglichen Tätigkeit als Rabbinischer Richter in Frankfurt und schlug zahlreiche Angebote auswärtiger Gemeinden als Rabbiner aus. Er starb im Jahre 1794 in Frankfurt.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen