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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Schotten, Samuel

(gest.1719) Samuel Schotten stammt höchstwahrscheinlich aus dem oberhessischen Ort Schotten. Er wurde im Jahr 1682 in die Stättigkeit aufgenommen und folgte damit seinem Bruder, einem Kleider - und Tuchhändler, der bereits ein Jahr zuvor nach Frankfurt gezogen war. Im Jahre 1685 wurde er Rabbiner des Lehrhauses die Klause, die im selben Jahr von dem jüdischen Philanthropen Manasse Darmstädter gestiftet worden war. Gleichzeitig war amtierte er als Landesrabbiner in Darmstadt. Er galt als der führende Frankfurter Talmudgelehrte seiner Zeit. So übernahm er in der kurzen Zwischenperiode von 1703-04, als es in Frankfurt keinen Oberrabbiner gab, den Vorsitz des Frankfurter Rabbinats. Häufig stellte er sich auch repräsentativen Aufgaben. Als im März 1711 nach dem großen Brand der Grundstein für die neue Synagoge in der Judengasse gelegt wurde, sprach Schotten hebräische Gebete, die er selbst geschrieben hatte. Er verfaßte einen Kommentar zu mehreren Traktaten des Talmuds unter dem Titel "Koß Hajeschuot", "Kelch des Heils". Seine Arbeiten zeichneten sich vor allem durch Klarheit und Verständlichkeit aus, es lag ihm vor allem daran, die Texte zugänglich zu machen. Besonders bekannt wurde seine Verordnung vom 18.Juli 1715, nach der die Kleidung der Gemeindemitglieder einfach zu halten sei und der Aufwand bei Festen begrenzt wurde. Einige seiner Nachkommen zogen später nach Amsterdam.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen