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Geiger, Abraham

(1810-1874) Abraham Geiger war von 1863-1870 Rabbiner der Israelitischen Gemeinde und gehörte der jüdischen Reformbewegung an. Abraham Geiger wurde 1810 in Frankfurt/M. geboren und entstammte einer alteingesessenen Frankfurter Familie. Er studierte in Heidelberg und Bonn, wo er 1832 promovierte. Nach seiner Ordination zum Rabbiner wurde er zuerst nach Wiesbaden, dann 1838 nach Breslau berufen. Hier war er 28 Jahre lang tätig. 1863 wurde er in seine Heimatstadt Frankfurt berufen und amtierte hier sieben Jahre als Rabbiner. Dann folgte er einem Ruf nach Berlin, wo er zu den Mitbegründern der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums gehörte. Geiger war der geistige Vater der jüdischen Reformbewegung und lieferte die theoretischen Grundlagen zu einem neuen Verständnis des Judentums. Er unterschied zwischen den religiös universalen Werten und den konkreten Geboten und Ritualgesetzen in der jüdischen Religion. Letztere waren historisch bedingt und sollten deshalb der Gegenwart angepaßt werden. Damit setzte er sich inWiderspruch zur orthodoxen Richtung, die die religionsgesetzlichen Vorschriften als heilig und unantastbar verstanden. Er war ein bedeutender Gelehrter, dessen Forschungen sich auf alle Gebiete der jüdischen Wissenschaft erstreckten, so u.a. auf die Bibel, einen Teil des Talmud sowie die historische, philosophische und poetische Literatur des Mittelalters. Er veröffentlichte zahlreiche Werke zur jüdischen Religion, Geschichte und Philosophie und war Herausgeber verschiedener wissenschaftlicher jüdischer Zeitschriften.




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