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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Einwanderung von Juden in Frankfurt

Frankfurt ist einer der ältesten und wichtigsten Siedlungsorte für Juden in Deutschland. Wie in anderen Städten und Gegenden Europas waren auch hier die Juden im Mittelalter und in der Neuzeit immer wieder blutigen, meist durch religiösen Fanatismus veranlaßten Pogromen und Vertreibungen ausgesetzt, so 1241 und 1349 und im Fettmilchaufstand 1614. Dennoch haben hier seit dem Mittelalter bis heute fast ununterbrochen Juden gelebt. Ihr Status wurde in den sogenannten Stättigkeitsordnungen geregelt, durch die sie seit 1616 unter ausdrückichen kaiserlichen Schutz gestellt worden sind. In Frankfurt blieben sie seither von Vertreibung verschont. Bereits seit dem frühen 16. Jahrhundert begann die Zahl der Frankfurter Juden von wenigen Hundert auf bis zu 3000 im 18. Jahrhundert anzusteigen. Dieser Anstieg geht nicht nur auf natürliche Vermehrung, sondern vor allem auf Einwanderung aus anderen Städten und Regionen zurück. Oft kam es zu Einwanderungswellen, als Juden aus anderen Orten vertrieben wurden und Zuflucht im relativ sicheren Frankfurt fanden. So kamen z.B. 1498 viele Juden aus Nürnberghierher, nachdem sie von dort vertrieben worden waren. Frankfurt war darü-ber hinaus als Messe- und Handelsstadt auch ein Magnet, der den Zuzug aus wirtschaftlichen Gründen attraktiv erscheinen ließ. Schließlich hatte die Obrigkeit, also der städtische Rat und der Kaiser, am Zuzug von Juden aufgrund ihrer Steuerkraft ein gewisses Interesse. Gleichwohl versuchte der Rat mit Rücksicht auf antijüdische Einstellungen unter der christlichen Stadtbewohnern eine allzu starke Vermehrung der Juden in Frankfurt zu verhindern. So sollten nur diejenigen fremden Juden aufgenommen werden, die ein gewisses Vermögen (1000 Gulden) nachweisen konnten. Darüber hinaus wurde die Höchstzahl der jüdischen Haushaltungen auf 500 und die Zahl der jährlichen Heiraten auf 12 beschränkt.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen