< Start
< zurück
 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
 Häuser  Personen  Familien  Berufe  Ereignisse  Begriffe

 
 
 

Fremde

Sowohl im christlichen wie im jüdischen Teil der Frankfurter Bevölkerung gab es die sogenannten Fremden. Sie hatten ein meist vorübergehendes Aufenthaltsrecht in der Stadt, durften sich aber, von den Messezeiten abgesehen, nicht selbständig wirtschaftlich betätigen. Bei den Christen hatte ein Großteil des Gesindes und der Handwerksgesellen diesen Status. Wenn jüdische Familien fremde Juden aufnahmen, mußten sie sie beim städtischen Rat anmelden und eine regelmäßige Gebühr, das Nachtgeld, für sie entrichten. Es war verboten, daß einheimische Juden gemeinsam mit fremden Juden Geschäfte betrieben, wie es überhaupt den fremden Juden ganz untersagt war, außerhalb der Messezeit Geld- und Warengeschäfte zu betreiben. Durch Einheirat in eine einheimische jüdische Familie konnten die fremden Juden die Stättigkeit erlangen. Allerdings mußte er oder sie dafür 25 Goldgulden aufbringen, was ein gewisses Vermögen voraussetzte.


© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen