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 Infobank Judengassse Frankfurt am Main
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Judenzeichen

Das Judenzeichen war in der Regel ein gelber Ring, den die Juden an ihrer Kleidung tragen mußten. Es war im Mittelalter von der katholischen Kirche geschaffen worden, um die Juden von den Christen zu unterscheiden und kenntlich zu machen. Die Vorschriften wurden zum erstenmal auf dem IV. LateranKonzil im Jahre 1215 erlassen, sind aber in Deutschland lange Zeit nicht durchgeführt worden. In der Vorgassenzeit, d.h. im 13. und 14. Jahrhundert haben sich die Juden in Frankfurt in ihrer Kleidung nicht von den christlichen Nachbarn unterschieden. 1451 aufgefordert durch den berühmten Kardinallegaten Nicolaus von Cues, setzte der Rat der Stadt bis 1460 durch, daß die Frankfurter Juden ebenfalls ein besonderes Kleiderabzeichen tragen mußten. Nach der Einrichtung der Judengasse hatten die Juden ein Judenabzeichen, einen gelben Ring, an ihrer Kleidung zu tragen. Lange Zeit scheint diese Vorschrift jedoch nicht eingehalten worden zu sein, da dies in häufigen Klagen immer wieder angemahnt wurde. Den Juden gelang es auch, diese Vorschriften teilweise abzuschwächen, so entband Kaiser Karl V. auf demReichstag von Regensburg im Jahre 1546 die Juden vom Tragen der Kleiderabzeichen bei ihren Reisen auf den Landstraßen. Das Judenabzeichen blieb jedoch aufrechterhalten und wurde erneut in der Stättigkeit von 1616 verankert. Erst im Jahre 1728 schaffte der Wiener Reichshofrat gegen den Protest des städtischen Rats die besonderen Judenabzeichen für Frankfurt endgültig ab. Er verfügte dies mit der Begründung, daß diese Vorschrift schon längst nicht mehr eingehalten werde und der Bürgerschaft noch kein Schaden dadurch entstanden sei. Die Juden waren jedoch weiterhin durch ihre unterschiedliche Kleidung, die Judentracht, als besondere Gruppierung erkennbar.






© Jüd. Museum Frankfurt 1992-2002  /  Quellen